Kostbare Augenblicke

Die verbleibenden Wochen jenes Jahres 1961 füllten sich mit unzähligen kostbaren Augenblicken, die sich tief in mein Gedächtnis einbrannten. Es war eine Zeit voller unbeschwerter Glückseligkeit und tiefer Zufriedenheit, in der jeder Monat sein eigenes, vertrautes Versprechen bereithielt. Schon das Frühjahr reihte einen Festtag an den nächsten. Am Muttertag lag eine ganz besondere, leise Ehrfurcht … Weiterlesen

Der Sommer als ich groß wurde

Als die drückende Pflicht der Höflichkeitsbesuche überstanden war und es am nächsten Tag endlich wieder in die Schule ging, hatten wir uns dementsprechend viel zu erzählen. Wir überhäuften Herrn Guniard mit unseren Erlebnissen und Geschenke-Bilanzen, doch das eigentliche Spektakel spielte sich in den Pausen auf dem Schulhof ab. In kleinen, eifrig tuschelnden Grüppchen wurden Geschichten … Weiterlesen

Weißer Sonntag 1961

Und dann war er da: der Tag meiner Ersten Heiligen Kommunion. Die Sonne lugte vorsichtig durch den Morgen, als hätte auch sie sich für diesen Anlass ein besonderes Gewand übergeworfen. In unserer Wohnung an der Uerdinger Straße lag vom ersten Augenblick an eine feierliche, fast prickelnde Unruhe in der Luft. Die Morgenwäsche fiel an diesem … Weiterlesen

Vorbereitung der Kommunion

Der Alltag zog dahin wie die trägen Sommerwolken am weiten Himmel über Hohenbudberg. Er spielte sich vor der niemals ganz ruhenden, lärmenden Kulisse des Verschiebebahnhofs ab, wo das metallische Kreischen der Rangierbremsen und das dumpfe Poltern der Puffer den vertrauten Takt unseres Lebens angaben, umspielt von den wechselnden Gerüchen der uns umschließenden Industrieanlagen. Durch all … Weiterlesen

Netz der Freundschaften

Mit jedem Monat, den ich älter wurde, schien sich auch die Welt um mich herum ein Stückchen weiter auszudehnen. War meine eigene kleine Welt bisher vor allem von unserer Wohnung, der Schule, der Kirche und dem hoch aufragenden Wasserturm begrenzt gewesen, lernte ich die Eisenbahnsiedlung nun nach und nach in all ihren Verästelungen kennen. Ich … Weiterlesen

Der Takt der Träume

Nach all den unvergesslichen Sommermomenten und dem Duft der weiten Welt, die uns der Urlaub im Zillertal geschenkt hatte, kehrte der Alltag langsam wieder in die Eisenbahnsiedlung ein. Doch die Welt fühlte sich ein kleines Stück größer an als zuvor. Ich traf mich nun öfter mit Manfred und holte ihn an seinem Zuhause in der … Weiterlesen

Harz und Posthornklang

Das kleine Bett hielt mich nach dem Aufwachen nicht lange fest. Draußen hatte das dörfliche Leben bereits hörbar begonnen: Das zufriedene Grunzen der Schweine, das Gackern der Hühner und das leise Klappern von Eimern drangen durch das offene Fenster. Mir reichte eine rasche Katzenwäsche an der Waschkombination auf der Kommode. Schnell schlüpfte ich in meine … Weiterlesen

Erste Hilfe auf Tirolerisch

Wir waren angekommen im Zillertal. Herr Troppmair packte mit kräftigen Händen an und verstaute unser schweres Gepäck auf dem Anhänger. Anschließend kletterten die Männer hinterher, während unser Gastgeber aufmerksam den beiden Damen hinaufverhalf. Für Manfred und mich hielt der Beginn der Fahrt jedoch die allergrößte Überraschung bereit: Wir durften ganz vorne auf dem Traktor mitfahren! … Weiterlesen

Aufbruch ins Zillertal

Die ersten kleinen Lernerfolge in der Schule stellten sich schneller ein, als ich es selbst geahnt hätte. Die geheimnisvollen Zeichen, die Frau Schmitz uns Tag für Tag an der Wandtafel näherbrachte, verloren allmählich ihr Rätselhaftes und verwandelten sich in Wörter, die mir stolz ihre Bedeutung preisgaben. Wie weit ich auf diesem neuen Weg schon gekommen … Weiterlesen

Lernfleiß und Schabernack

Von nun an veränderte sich meine kleine Welt. Mein morgendlicher Weg führte mich nicht mehr wie gewohnt durch das vertraute Törchen im Jägerzaun, vorbei an den gepflegten Gärten im wachsamen Schatten des mächtigen Wasserturms, der über all die Jahre hinweg unser treuer Orientierungspunkt im Kindergartenalltag gewesen war. Stattdessen ging ich jetzt, die Hand meiner Mutter … Weiterlesen