Erster Schultag

Mit dem Herannahen des Osterfestes veränderten sich der Takt und das Lebensgefühl in der Siedlung spürbar. Schon am Gründonnerstag lag eine feierliche Erwartung in der Luft – jener besondere Abend im Kirchenjahr, an dem man des letzten Abendmahls gedenkt. Bei uns zu Hause kam an diesem Tag ganz traditionell Spiegelei mit Spinat und Kartoffeln auf … Weiterlesen

Zwei Schachteln und das Urteil

Die festlichen Tage klangen allmählich aus, und die Welt um uns herum fand rasch wieder in ihren gewohnten Takt zurück. Auch in meine eigene, kleine Welt kehrte der Alltag ein: Mein Vater trat verlässlich seine Schichten auf der Dampflok an, während meine Mutter sich unermüdlich um den Haushalt, das Wohl der Familie und um mich … Weiterlesen

Magie einer Musiktruhe

Nachdem der letzte Böllerrauch der Silvesternacht verflogen und das neue Jahr 1959 angebrochen war, zog die tiefste Winterruhe in die Eisenbahnsiedlung ein. Draußen knackte der Frost, während die Tage nur langsam länger wurden. Die Kälte hielt uns Kinder meist drinnen, doch langweilig wurde es hinter dem Kachelofen keineswegs. Deutschland befand sich mitten im Aufbruch des … Weiterlesen

Das neue Jahr 1959 erwacht

An diesem letzten Tag des Jahres 1958 durfte ich abends etwas länger aufbleiben, aber nur etwas und bereits im Schlafanzug. Abmarschbereit, wie man zu sagen pflegte. Während ich später selig in meinem Kinderbett schlummerte, feierten meine Eltern Addy und Franz zusammen mit Tante Hannelore und Onkel Hubert in unserem Wohnzimmer den Silvesterabend, um gemeinsam in … Weiterlesen

Familienbesuche

Die Heilige Nacht war für mich nur von kurzer Dauer. Am sehr frühen Morgen des ersten Feiertags begann für mich schon im Schlafanzug der Dienst auf meiner neuen Dampflok im Wohnzimmer. Der Zug stand abfahrbereit im Bahnhof, und alsbald setzte sich das kleine Gespann in Bewegung. Die winzigen Stirnlampen an der Lok schimmerten warm und … Weiterlesen

Zauber des heiligen Abends

Nun waren sie alle geöffnet – alle dreiundzwanzig Türchen am Adventskalender über meinem Bett. Und heute, an diesem unvergleichlichen 24. Dezember 1958, war endlich das allerletzte, das vierundzwanzigste Tor an der Reihe: das große Doppeltürchen mit den zwei Flügeln aus festem Papier. Heute sollte sich entscheiden, ob sich mein allergrößter Weihnachtswunsch erfüllen würde. Es war … Weiterlesen

Weihnachtszeit

Die Tage wurden unaufhaltsam kürzer, und eine spürbare Kälte legte sich über die Siedlung. Winter lag in der Luft. Die Weihnachtszeit stand vor der Tür, und in den Geschäften erweiterte sich das Warenangebot von Tag zu Tag um festliche Köstlichkeiten und Geschenkideen. In den großen Kaufhäusern der umliegenden Städte bot sich uns Kindern ein schier … Weiterlesen

St. Martin

Die Tage wurden spürbar kürzer, die Dämmerung kroch nun jeden Nachmittag ein Stück früher über die Dächer der Eisenbahnsiedlung, und mit strammen Schritten gingen wir auf die Weihnachtszeit zu. In den kleinen Schaufenstern der Geschäfte tauchten nach und nach die ersten festlichen Süßigkeiten auf. Ein ganz besonderer Zauber ging jedoch von den Spielwarengeschäften aus: Bei … Weiterlesen

Erntedank

Der Sommer neigte sich dem Ende zu und die Ernte war eingeholt. Auf den Feldern der Bauern rund um die Siedlung sowie in den akkurat abgesteckten Parzellen der Schrebergärten war Ruhe eingekehrt. Die Blätter an den Bäumen verloren langsam ihr saftiges Grün und verfärbten sich nach und nach in allen erdenklichen Tönen von leuchtendem Gelb … Weiterlesen

Ausgesperrt und der Schmiss

Im Sommer 1958 – ich war gerade fünf Jahre alt geworden – stand für mich die erste ganz große Reise bevor. Meine Eltern hatten nicht nur einen kleinen Koffer für mich gepackt, sondern auch mein heiß geliebtes Rädchen dabei, als sie mich gemeinsam mit dem Zug zu Oma Anna nach Xanten in die Bahnhofstraße brachten. … Weiterlesen